ökumenische Bildungsabende

Ingrid Krucker (Foto: Annelies Seelhofer-Brunner)

Ein Rückblick von Annelies Seelhofer-Brunner
Petra Forster,
Die ausführlichen Berichte lesen Sie dazu auf der Homepage von Frau Annelies Seelhofer-Brunner

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Seit einigen Jahren bieten die evangelische und die katholische Kirchgemeinde Oberuzwil Bildungsabende zu brennenden gesellschaftlichen und theologischen Themen an. 2019 hiess das Thema „Macht“, dieses Jahr kommt nun als Kehrseite der Medaille „Ohnmacht“ zur Sprache.

Behinderungen irgendwelcher Art sind in unserer Gesellschaft noch immer eine Art Tabu. Ist man allerdings persönlich oder im eigenen Umfeld von Beeinträchtigungen betroffen ist, bekommt die Thematik ein ganz anderes Gewicht.

Beatrice Andeer-Stämpfli aus Gossau – selber schwer körperlich behindert – hielt dazu einen bewegenden, zum Nachdenken anregenden Vortrag, dies nicht nur auf theoretischer Ebene, sondern vor allem mit ganz praktischen Schilderungen aus ihrem Alltag. Pfarrer René Schärer und Beatrice Andeer kennen sich seit über einem Vierteljahrhundert. Die Frau hat schon etlichen seiner Konfirmandenklassen aus ihrem Leben erzählt und die Jugendlichen damit berührt. Sie gab den Anwesenden zu bedenken, dass jeder Mensch auf irgendeinem Gebiet behindert sei, auch wenn er sich niemals als „behindert“ bezeichnen würde. Ein sehr überlegenswerter Satz…


Am zweiten ökumenischen Bildungsabend referierte Hans Peter Hug in der Unterkirche Oberuzwil über Stigmatisierung und Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Hug war diplomierter Psychiatriepflegefachmann und ehemaliger Pflegeleiter der Psychiatrie St.Gallen Nord – PSGN -, ist heute Mitglied des Stiftungsrates für die Heimstätten Wil und Präsident des St.Gallischen Hilfsvereins SGHV, also eine ausgewiesene Fachperson auf diesem Gebiet, auch wenn er bereits einige Jahre pensioniert ist.

«Der Mensch wird erst am Du zum Ich»

Diese Aussage des österreichisch-jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber fasst die Aussagen von Hans Peter Hug sehr gut zusammen. Der Fachmann weiss um die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen und setzt sich deshalb weiterhin für Aufklärung und einen von Wertschätzung geprägten Umgang auf Augenhöhe ein. Seine Erfahrungen teilte er an diesem Abend mit einer erfreulich grossen Anzahl Interessierter. Er wollte aber nicht nur theoretisieren, sondern hatte dazu Patricia Veluscek aus Oberuzwil eingeladen, welche bereits im «Club» vom 26. November 2019 auf dem Sender SF 1 des Schweizer Fernsehens über ihr Leben mit dieser Krankheit berichtet.

Annelies Seelhofer-Brunner

Bereitgestellt: 14.09.2021     Besuche: 43 Monat